Digital Signage im Einzelhandel: Vorteile, Einsatzmöglichkeiten und Zukunft digitaler Displays am Point of Sale
Digital Signage im Einzelhandel ermöglicht eine flexible und aktuelle Kundenkommunikation über digitale Displays. Händler können damit Produkte präsentieren, Angebote kommunizieren, Kunden orientieren und Informationen direkt am Point of Sale bereitstellen. Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz sind eine klare Strategie, geeignete Displaystandorte, relevante und aktuelle Inhalte sowie eine zuverlässige technische Infrastruktur.
Digital Signage im Einzelhandel: Vorteile, Einsatzmöglichkeiten und Zukunft digitaler Displays am Point of Sale
Digital Signage im Einzelhandel bezeichnet den Einsatz digitaler Displays, Bildschirme und interaktiver Anzeigesysteme zur Kundeninformation, Verkaufsförderung und Kommunikation am Point of Sale. Statt statischer Plakate oder gedruckter Hinweisschilder können Händler digitale Inhalte zentral verwalten, aktualisieren und gezielt auf verschiedenen Displays ausspielen. Typische Anwendungen reichen von digitalen Werbedisplays im Schaufenster über Produktinformationen auf der Verkaufsfläche bis hin zu digitalen Wegweisern und interaktiven Beratungssystemen. Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Flexibilität: Preise, Angebote, Produktinformationen oder Kampagnen lassen sich kurzfristig anpassen und abhängig von Standort, Tageszeit oder Einsatzbereich ausspielen. Damit entwickelt sich Digital Signage zu einem wichtigen Baustein der digitalen Kundenkommunikation im stationären Handel und verbindet die physische Verkaufsfläche zunehmend mit digitalen Informations- und Serviceangeboten.
Digital Signage im Einzelhandel: Bedeutung für den modernen Point of Sale
Der stationäre Einzelhandel steht vor der Aufgabe, die Vorteile eines physischen Geschäfts mit den digitalen Gewohnheiten seiner Kunden zu verbinden. Verbraucher sind es aus dem Onlinehandel gewohnt, schnell auf Produktinformationen, Preise, Verfügbarkeiten und zusätzliche Informationen zugreifen zu können. Auf der Verkaufsfläche stehen diese Informationen dagegen nicht immer unmittelbar zur Verfügung.
Digital Signage im Einzelhandel kann dazu beitragen, diese Informationslücke zu schließen. Digitale Displays ermöglichen es, relevante Informationen dort bereitzustellen, wo Kaufentscheidungen tatsächlich getroffen werden: direkt am Point of Sale.
Ein Bildschirm in einer Elektronikabteilung kann beispielsweise technische Eigenschaften verschiedener Produkte erläutern. Im Modehandel können digitale Displays aktuelle Kollektionen, Produktvarianten oder Kombinationsmöglichkeiten präsentieren. Lebensmittelhändler können saisonale Angebote, Rezeptideen oder ergänzende Produktinformationen kommunizieren.
Dabei geht es nicht ausschließlich um Werbung. Digitale Kundenkommunikation kann unterschiedliche Funktionen übernehmen. Sie kann informieren, orientieren, beraten, inspirieren und auf Services aufmerksam machen.
Gleichzeitig verändert Digital Signage die Art, wie Händler ihre Kommunikation organisieren. Gedruckte Plakate und klassische Beschilderungen sind vergleichsweise statisch. Sollen Inhalte geändert werden, müssen häufig neue Werbemittel erstellt, produziert, verteilt und vor Ort ausgetauscht werden. Bei einem Digital-Signage-System können entsprechende Änderungen zentral vorgenommen und anschließend auf den gewünschten Displays veröffentlicht werden.
Besonders für Händler mit mehreren Filialen ist diese zentrale Steuerbarkeit relevant. Über ein Content-Management-System lassen sich übergreifende Kampagnen bereitstellen und gleichzeitig regionale oder filialspezifische Inhalte berücksichtigen.
Digital Signage wird damit nicht nur als digitales Werbemedium eingesetzt, sondern zunehmend als Bestandteil einer vernetzten Kommunikationsinfrastruktur am Point of Sale.
Vorteile von Digital Signage im Einzelhandel für Händler und Kunden
Ein wesentlicher Vorteil digitaler Displays ist ihre Flexibilität. Während gedruckte Kommunikationsmittel für einen bestimmten Zeitraum produziert werden, lassen sich digitale Inhalte kurzfristig verändern oder vollständig austauschen.
Ändert sich beispielsweise ein Angebot, kann der entsprechende Content im Digital-Signage-System aktualisiert und auf ausgewählten Displays veröffentlicht werden. Das ist insbesondere bei zeitkritischen Aktionen, saisonalen Kampagnen oder häufig wechselnden Sortimenten hilfreich.
Darüber hinaus können Händler ihre Kommunikation differenzierter planen. Ein Display muss nicht den gesamten Tag dieselben Inhalte zeigen. Inhalte können beispielsweise abhängig von Tageszeit, Wochentag, Standort oder Verkaufsbereich ausgespielt werden.
Ein Lebensmittelhändler könnte morgens andere Produkte hervorheben als am Nachmittag. Ein Modegeschäft kann zum Wochenende eine andere Kampagne zeigen als während der Woche. Gleichzeitig kann eine Filiale in einer Innenstadt andere Inhalte erhalten als ein Standort in einem Einkaufszentrum.
Flexible und aktuelle Kommunikation
Digitale Displays ermöglichen es, Informationen kurzfristig zu aktualisieren. Dadurch können Händler schneller auf Änderungen reagieren. Das betrifft nicht nur Werbeaktionen, sondern beispielsweise auch Öffnungszeiten, Serviceinformationen oder Hinweise innerhalb einer Filiale.
Gezielte Kundenansprache am Point of Sale
Digital Signage am Point of Sale ermöglicht eine Kommunikation, die sich am jeweiligen Standort des Displays orientiert. Direkt neben einem Produkt können andere Informationen relevant sein als im Eingangsbereich oder im Schaufenster.
Diese Kontextbezogenheit ist entscheidend. Ein Bildschirm sollte nicht lediglich digitale Werbung zeigen, sondern eine konkrete Funktion innerhalb der Customer Journey erfüllen.
Unterstützung bei Orientierung und Beratung
Digitale Beschilderung kann Kunden durch größere Verkaufsflächen führen, auf bestimmte Abteilungen aufmerksam machen oder Informationen zu Services, Abholstationen und Kassenbereichen bereitstellen.
Interaktive Displays können zusätzlich Informationen zu Produkten, Varianten oder Anwendungsmöglichkeiten anbieten und damit die persönliche Beratung ergänzen.
Zentrale Verwaltung mehrerer Standorte
Für Filialunternehmen kommt ein organisatorischer Vorteil hinzu. Inhalte können zentral verwaltet und über mehrere Standorte hinweg ausgerollt werden. Dadurch lassen sich einheitliche Kampagnen mit lokalen Anpassungen verbinden.
Gleichzeitig können Verantwortlichkeiten und Freigabeprozesse definiert werden. So lässt sich beispielsweise festlegen, welche Inhalte zentral vorgegeben werden und welche Informationen einzelne Filialen selbst anpassen dürfen.
Ergänzung klassischer Werbemittel
Digital Signage kann außerdem die Abhängigkeit von gedruckten Kommunikationsmitteln reduzieren. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sämtliche klassischen Werbemittel ersetzt werden sollten.
In vielen Fällen ist eine Kombination aus digitaler und analoger Kommunikation sinnvoll. Entscheidend ist, welches Medium für den jeweiligen Standort, die jeweilige Information und die erwartete Betrachtungsdauer geeignet ist.
Wie funktioniert Digital Signage im Einzelhandel?
Ein Digital-Signage-System besteht typischerweise aus mehreren technischen und softwareseitigen Komponenten. Dazu gehören Displays, eine Lösung zur Wiedergabe der Inhalte, Netzwerkverbindungen und eine Software zur Verwaltung des Contents.
Das sichtbare Element ist das Display. Je nach Anwendung können professionelle Displays, großformatige Bildschirme, Videowalls, Touchscreens oder spezielle Displays für Schaufenster eingesetzt werden.
Für die Wiedergabe der Inhalte wird entweder ein externer Mediaplayer verwendet oder die entsprechende Technik ist bereits im Display integriert. Bei sogenannten System-on-Chip-Lösungen befinden sich wesentliche Komponenten für die Content-Wiedergabe direkt im Bildschirm.
Content-Management-System als zentrale Steuerung
Eine zentrale Rolle übernimmt häufig ein Digital-Signage-Content-Management-System, kurz CMS. Über diese Software werden Inhalte organisiert, zeitlich geplant und bestimmten Displays oder Displaygruppen zugeordnet.
Ein Händler mit mehreren Filialen könnte beispielsweise eine übergreifende Kampagne zentral einspielen. Gleichzeitig können einzelne Standorte zusätzliche lokale Inhalte erhalten.
Über Playlists lassen sich unterschiedliche Medien miteinander kombinieren. Dazu können Bilder, Videos, Animationen, Produktinformationen, Hinweise oder andere digitale Inhalte gehören.
Zeitpläne bestimmen anschließend, wann welche Inhalte erscheinen. Dadurch kann sich das Programm eines Displays beispielsweise im Tagesverlauf automatisch verändern.
Verknüpfung mit weiteren Systemen
Je nach Digital-Signage-Lösung können zusätzlich externe Datenquellen angebunden werden. Denkbar sind beispielsweise Produktdatenbanken, Warenwirtschaftssysteme oder andere Plattformen.
Dadurch können Informationen automatisiert aktualisiert werden, sofern die entsprechenden Schnittstellen und Datenstrukturen vorhanden sind. Bei umfangreichen Installationen kann dies den manuellen Pflegeaufwand reduzieren.
Die technische Architektur hängt stark von der Größe und Komplexität des Projekts ab. Ein einzelnes Display in einem kleinen Geschäft stellt andere Anforderungen als eine zentral verwaltete Digital-Signage-Infrastruktur mit mehreren hundert Bildschirmen und zahlreichen Filialen.
Einsatzmöglichkeiten von Digital Signage im Einzelhandel entlang der Customer Journey
Digital Signage lässt sich an unterschiedlichen Kontaktpunkten zwischen Händler und Kunde einsetzen. Entscheidend ist, dass Inhalt und Funktion des Displays zur jeweiligen Situation passen.
Digitale Displays im Schaufenster
Bereits das Schaufenster ist ein typischer Anwendungsbereich. Großformatige Displays können dort auf Produkte, Aktionen oder aktuelle Kollektionen aufmerksam machen.
Bei der Planung müssen unter anderem Umgebungshelligkeit, Betrachtungsabstand, Betriebszeiten und die Positionierung des Displays berücksichtigt werden. Inhalte sollten schnell erfassbar sein, da Passanten häufig nur wenige Sekunden auf das Schaufenster schauen.
Eingangsbereich und Kundeninformation
Im Eingangsbereich können digitale Displays aktuelle Informationen vermitteln, auf Aktionen hinweisen oder Kunden bei der Orientierung unterstützen.
In größeren Geschäften können beispielsweise Abteilungen, Services oder besondere Aktionsflächen kommuniziert werden. Auch Informationen zu Click and Collect, Kundenservice oder anderen Dienstleistungen lassen sich dort platzieren.
Digitale POS Displays direkt am Produkt
Direkt am Regal oder in Produktbereichen verändert sich die Funktion. Hier stehen häufig Produktinformation und Verkaufsunterstützung im Vordergrund.
Ein digitales POS Display kann beispielsweise verschiedene Produktvarianten erläutern, Anwendungsmöglichkeiten darstellen oder ergänzende Produkte vorstellen. Bei erklärungsbedürftigen Produkten können Videos oder Animationen Informationen vermitteln, die auf einem klassischen Preisschild nur schwer darstellbar wären.
Interaktive Displays und digitale Produktberatung
Interaktive Displays gehen einen Schritt weiter. Kunden können über einen Touchscreen selbst Informationen abrufen, Produkte vergleichen oder nach bestimmten Varianten suchen.
Insbesondere bei umfangreichen Sortimenten können solche Systeme die Beratung ergänzen. Voraussetzung ist allerdings eine intuitive Benutzeroberfläche. Wenn die Bedienung kompliziert ist oder Informationen nur langsam geladen werden, verliert das System schnell seinen praktischen Nutzen.
Kassenbereiche und Wartezonen
Auch im Kassenbereich gibt es Einsatzmöglichkeiten. Displays können beispielsweise auf Services, Kundenprogramme oder ergänzende Angebote hinweisen.
Entscheidend ist auch hier eine situationsgerechte Gestaltung. Kunden, die nur wenige Sekunden auf einen Bildschirm schauen, benötigen andere Inhalte als Personen, die aktiv mit einem interaktiven Terminal arbeiten.
Click and Collect und Wegeleitung
Bei Omnichannel-Konzepten kann Digital Signage die Verbindung zwischen Onlinebestellung und stationärem Geschäft unterstützen.
Digitale Beschilderung kann Kunden beispielsweise zur Abholstation führen, den Ablauf der Abholung erklären oder auf ergänzende Services hinweisen. Gerade bei größeren Verkaufsflächen kann eine klare digitale Wegeleitung dazu beitragen, Suchzeiten zu reduzieren.
Herausforderungen und mögliche Nachteile von Digital Signage im Einzelhandel
Die Einführung eines Digital-Signage-Systems ist mit verschiedenen organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Anforderungen verbunden.
Eine der ersten Herausforderungen sind die Investitionskosten. Neben den Displays müssen gegebenenfalls Mediaplayer, Halterungen, Netzwerkkomponenten, Softwarelizenzen, Installation und Wartung berücksichtigt werden.
Mindestens ebenso wichtig ist die Content-Strategie. Ein hochwertiges Display allein erzeugt noch keinen Mehrwert. Wenn Inhalte veraltet, schlecht lesbar oder für den jeweiligen Standort irrelevant sind, kann die Wirkung begrenzt bleiben.
Händler sollten deshalb bereits vor der technischen Umsetzung definieren, welche Kommunikationsziele erreicht werden sollen. Soll das System informieren, orientieren, beraten oder bestimmte Verkaufsaktionen unterstützen? Aus diesen Zielen ergeben sich Anforderungen an Standorte, Bildschirmgrößen und Content.
Technische Infrastruktur und Betrieb
Netzwerkstabilität, Systemwartung, Softwareupdates und IT-Sicherheit spielen insbesondere bei größeren Installationen eine wichtige Rolle.
Ein Ausfall sollte möglichst schnell erkannt werden können. Professionelle Lösungen verfügen deshalb häufig über Möglichkeiten zur zentralen Überwachung der Geräte. Verantwortlichkeiten für Wartung und Störungsbehebung sollten bereits bei der Projektplanung definiert werden.
Datenschutz beachten
Bei interaktiven, sensorbasierten oder kameragestützten Anwendungen können zusätzlich Datenschutzfragen relevant werden. Werden personenbezogene Daten verarbeitet, müssen die jeweils geltenden datenschutzrechtlichen Anforderungen berücksichtigt werden.
Händler sollten deshalb genau prüfen, welche Daten tatsächlich benötigt, verarbeitet und gegebenenfalls gespeichert werden.
Visuelle Überlastung vermeiden
Auch eine visuelle Überlastung der Verkaufsfläche sollte nicht unterschätzt werden. Mehr Displays bedeuten nicht automatisch bessere Kommunikation.
Zu viele bewegte Inhalte, Botschaften und Reize können die Aufmerksamkeit fragmentieren. Ein klares Gestaltungskonzept und eine bewusste Auswahl der Displaystandorte sind deshalb entscheidend.
Best Practices für erfolgreiches Digital Signage am Point of Sale
Erfolgreiches Digital Signage beginnt nicht mit der Auswahl eines Displays, sondern mit einer klaren Zieldefinition. Händler sollten zunächst festlegen, welche Aufgabe ein bestimmter digitaler Touchpoint erfüllen soll.
Ein Schaufensterdisplay soll beispielsweise Aufmerksamkeit erzeugen und muss aus größerer Entfernung funktionieren. Ein Bildschirm unmittelbar am Produkt kann dagegen detailliertere Informationen vermitteln. Bei einem Touchscreen ist wiederum eine intuitive Benutzerführung entscheidend.
Inhalte an Betrachtungsdauer und Standort anpassen
Die Dauer der Kundeninteraktion sollte bei der Content-Erstellung berücksichtigt werden. Je kürzer die durchschnittliche Betrachtungszeit ist, desto schneller muss die zentrale Botschaft verständlich sein.
Lange Texte sind auf einem Display im Vorbeigehen meist ungeeignet. Eine klare visuelle Hierarchie hilft dabei, relevante Informationen schnell zu erfassen.
Überschrift, Bildmaterial, Produktinformation, Preis und Handlungsaufforderung sollten nicht miteinander um Aufmerksamkeit konkurrieren.
Inhalte regelmäßig aktualisieren
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Aktualität. Digital Signage verliert einen wesentlichen Vorteil, wenn über Wochen oder Monate unveränderte Inhalte angezeigt werden.
Deshalb sollte bereits bei der Planung geklärt werden, wer für Erstellung, Freigabe und Aktualisierung des Contents verantwortlich ist.
Bei größeren Filialnetzen kann es sinnvoll sein, zentrale Vorlagen mit lokalen Anpassungsmöglichkeiten zu kombinieren. So bleibt der Markenauftritt konsistent, während einzelne Standorte dennoch relevante regionale Informationen ausspielen können.
Erfolg mit geeigneten KPIs messen
Der Erfolg einer Digital-Signage-Installation sollte anhand definierter Ziele und Kennzahlen bewertet werden.
Welche KPIs sinnvoll sind, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab. Denkbar sind beispielsweise Interaktionen mit Touchscreens, eingelöste Aktionscodes, Aufrufe bestimmter Funktionen oder Veränderungen beim Absatz beworbener Produkte.
Wichtig ist, die Kennzahl bereits vor der Umsetzung mit dem jeweiligen Kommunikationsziel zu verknüpfen. Nur so lässt sich später beurteilen, ob ein bestimmter Einsatz tatsächlich die gewünschte Wirkung unterstützt.
Zukunft von Digital Signage im Einzelhandel: KI, Automatisierung und Retail Media
Die weitere Entwicklung von Retail Digital Signage wird insbesondere durch eine stärkere Vernetzung unterschiedlicher Systeme geprägt. Statt Inhalte ausschließlich manuell zu planen, können Daten aus verschiedenen Quellen zunehmend in die Content-Steuerung einfließen.
Ein Beispiel ist die Verknüpfung mit Produktdaten. Sind Digital-Signage-Lösungen mit entsprechenden Datenquellen verbunden, können Produktinformationen oder andere Angaben automatisiert aktualisiert werden. Das kann den manuellen Pflegeaufwand reduzieren und die Aktualität der Kommunikation verbessern.
Auch kontextabhängige Inhalte gewinnen an Bedeutung. Dabei werden Inhalte anhand definierter Rahmenbedingungen ausgespielt, beispielsweise abhängig von Tageszeit, Standort oder verfügbaren Produktinformationen.
Künstliche Intelligenz für Content und Steuerung
Künstliche Intelligenz eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, etwa bei der Erstellung, Anpassung oder Auswahl von Content.
KI-Systeme können beispielsweise dabei unterstützen, unterschiedliche Varianten von Texten oder visuellen Inhalten für verschiedene Einsatzbereiche zu erstellen. Auch bei der Analyse und Organisation größerer Content-Bestände sind entsprechende Anwendungen denkbar.
Entscheidend bleibt jedoch, dass automatisiert erstellte oder ausgewählte Inhalte kontrolliert werden und zu Markenstrategie, Zielgruppe und Kommunikationssituation passen.
Digital Signage und Retail Media
Ein weiteres relevantes Feld ist Retail Media. Digitale Displays auf der Verkaufsfläche können dabei Teil einer umfassenderen Medien- und Kommunikationsstrategie werden.
Für Händler entstehen dadurch zusätzliche Möglichkeiten, Marken und Produkte unmittelbar im Einkaufsumfeld zu präsentieren. Gleichzeitig muss sorgfältig zwischen Vermarktung und Einkaufserlebnis abgewogen werden. Eine Verkaufsfläche, die von Kunden hauptsächlich als Werbeumgebung wahrgenommen wird, kann das eigentliche Ziel der Kommunikation verfehlen.
Vernetzter digitaler Touchpoint
Langfristig dürfte Digital Signage stärker mit Warenwirtschaft, Produktdaten, Content-Systemen, Onlineshops und weiteren Anwendungen verbunden werden.
Damit entwickelt sich der Bildschirm von einem isolierten digitalen Werbeträger zu einem vernetzten Touchpoint innerhalb der Customer Journey.
Für den Einzelhandel liegt die zentrale Entwicklung deshalb weniger darin, einfach mehr Displays zu installieren. Entscheidend wird vielmehr sein, wie sinnvoll diese Displays in bestehende Prozesse, Datenstrukturen und Kommunikationskonzepte eingebunden werden.
Häufig gestellte Fragen zu Digital Signage im Einzelhandel
Was ist Digital Signage im Einzelhandel?
Digital Signage im Einzelhandel bezeichnet den Einsatz digitaler Displays zur Information, Kundenkommunikation und Verkaufsförderung am Point of Sale. Inhalte wie Angebote, Produktinformationen, Videos oder Wegweiser können digital bereitgestellt und über eine zentrale Software verwaltet werden. Im Unterschied zu gedruckter Beschilderung lassen sich die angezeigten Inhalte kurzfristig ändern und gezielt auf bestimmte Displays oder Standorte verteilen.
Welche Vorteile bietet Digital Signage für Einzelhändler?
Digital Signage ermöglicht eine flexible und aktuelle Kommunikation auf der Verkaufsfläche. Händler können Inhalte zentral verwalten, Angebote kurzfristig aktualisieren und Informationen abhängig von Standort oder Zeitpunkt ausspielen. Digitale Displays können außerdem bei Kundenorientierung, Produktinformation und Verkaufsförderung unterstützen. Der konkrete Nutzen hängt jedoch von Standort, Content-Qualität, technischer Umsetzung und einer klar definierten Kommunikationsstrategie ab.
Wo können Digital-Signage-Displays im Einzelhandel eingesetzt werden?
Typische Einsatzorte sind Schaufenster, Eingangsbereiche, Verkaufsflächen, Produktregale, Informationspunkte, Kassenbereiche und Click-and-Collect-Zonen. Darüber hinaus können interaktive Displays zur Produktberatung oder Orientierung eingesetzt werden. Welcher Standort sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Aufgabe das Display erfüllen und in welcher Situation der Kunde die Informationen wahrnehmen soll.
Was benötigt man für ein Digital-Signage-System?
Ein Digital-Signage-System benötigt in der Regel mindestens ein Display, eine Lösung zur Wiedergabe der Inhalte und eine Software zur Content-Verwaltung. Je nach System kommen externe Mediaplayer oder Displays mit integrierter System-on-Chip-Technologie zum Einsatz. Für zentral verwaltete Installationen wird außerdem eine Netzwerkverbindung benötigt. Bei größeren Projekten sind zusätzlich Monitoring, Benutzerverwaltung, IT-Sicherheit und Schnittstellen zu anderen Systemen relevant.
Fazit: Digital Signage im Einzelhandel strategisch und kundenorientiert einsetzen
Digital Signage im Einzelhandel bietet Händlern die Möglichkeit, Informationen auf der Verkaufsfläche flexibler, aktueller und situationsgerechter bereitzustellen. Digitale Displays können dabei unterschiedliche Aufgaben übernehmen: von der Aufmerksamkeit im Schaufenster über Produktinformationen und Verkaufsförderung bis hin zur Orientierung und interaktiven Beratung.
Der Erfolg hängt jedoch weniger von der Anzahl oder Größe der Bildschirme als von der strategischen Umsetzung ab. Standort, Zielsetzung, Content, technische Infrastruktur und laufende Pflege müssen aufeinander abgestimmt sein.
Besonders relevant wird künftig die Vernetzung. Wenn Digital-Signage-Systeme mit Produktdaten, Warenwirtschaft, Content-Management und weiteren digitalen Anwendungen verbunden werden, können Informationen automatisierter und kontextbezogener bereitgestellt werden.
Auch KI-gestützte Content-Prozesse, interaktive Displays und Retail-Media-Konzepte erweitern die Einsatzmöglichkeiten. Entscheidend bleibt dabei der konkrete Mehrwert für den Kunden. Technologie sollte die Orientierung, Information und Beratung unterstützen und nicht zum Selbstzweck werden.
Damit wird Digital Signage am Point of Sale zunehmend zu einem Bestandteil einer übergreifenden digitalen Kommunikationsstrategie. Händler, die Digital Signage einführen oder bestehende Installationen weiterentwickeln möchten, sollten deshalb zunächst konkrete Anwendungsfälle und Kommunikationsziele definieren. Daraus lassen sich anschließend die Anforderungen an Displays, Software, Content, Systemintegration und Betrieb ableiten.